"ZWEI HÄUSER EINES HERRN - Kirchen und Synagogen um die Jahrtausendwende in der Slowakei" vom 19. März bis 1. November 2020 im Archäologischen Museum

 

Mit einem Blick machen die phantastischen Innenaufnahmen von Ľubo und Monika Stacho die Diskrepanz zwischen der Möglichkeit aktiv gelebten Glaubens und der Zerstörung dieser Möglichkeit deutlich. Die Form des Diptychons (zweiteilige aufklappbare Gemälde/Tafeln) lässt die Motive unmittelbar miteinander ins Gespräch treten. Sie repräsentieren zwei Seiten eines Glaubens an einen gemeinsamen Gott: auf der einen Seite die christliche – die ihren Gläubigen meist ungebrochen ein repräsentatives Haus bieten durfte. Auf der andren Seite die jüdische, gebrochen, vernichtet, untergegangen, die Gotteshäuser zweckentfremdet und auch missbraucht.

RUZOMBEROK Die Synagoge (1880) wurde umfassend saniert, heute ist sie Kulturhaus © Monika StachoMuseumsklosterkirche mit Kreuzgang © Archäologisches Museum Frankfurt (Fotograf: Uwe Dettmar)

Diese Diptychen funktionieren im ursprünglichen Sinne des Wortes als Andachtsbilder, als Anstoß zum Nachdenken darüber, welchen Verlust die geistige Kultur Europas durch die Shoa erlitten hat und leisten einen Beitrag, das Bewusstsein für einen angemessenen Umgang mit früheren Synagogen zu schärfen. Zugleich sind sie eine Mahnung zur Anerkennung und Vergegenwärtigung der Gemeinsamkeiten, des Glaubens an einen Gott, der die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam vereint.

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