Nacht der Museen 2026: Über 50 Museen und Off-Spaces lockten Tausende an den Main
Nacht der Museen 2026: Über 50 Museen und Off-Spaces lockten Tausende an den Main
Es gibt nur einen Termin im Jahr, in der die Museen bis zwei Uhr nachts ihre Türen öffnen und die Kunstszenen in Frankfurt, Offenbach und Eschborn sich zu einem einzigen Kulturraum verbinden. 2026 haben sich rund 40.000 Besucherinnen und Besucher diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. „Sie war wieder unglaublich spannend, mal leise, mal laut, mal mitreißend, mal nachdenklich – in jedem Fall war die Nacht der Museen 2026 wieder ein bleibendes Erlebnis – und in diesem Jahr besonders umfangreich“, bilanziert Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig. „Es ist ein Fest für alle, das die Gründungsidee des Museumsufers konsequent weiterträgt und mit Ausstellungen, Performances und Musik feiert. 2026 sind Off-Spaces und Interimsgebäude ebenso Teil der Nacht gewesen wie Ausstellungen etablierter Museen und hochkarätiger Künstler.“
Neue Orte und traditionsreiche Museen
Zentrale Orte des Geschehens sind und blieben auch 2026 das Museumsufer und der Römerberg. Nach mehrjähriger Sanierung war das Deutsche Architekturmuseum wieder ein Magnet am Schaumainkai: Unter dem Motto der Ausstellung „Die Stadt ist der Sport“ wurde getanzt, gekegelt und bis weit nach Mitternacht Tischtennis gespielt. Auch die Aktionen im Museum Angewandte Kunst waren ganz im Sinne der WDC 2026 auf Gestaltung ausgerichtet: Im Ping-Pong-Park ebenso wie beim gemeinschaftlichen Weben am Webstuhl Loomcycle. 30 Personen haben sich in der Nacht an den Webstuhl gesetzt und den Teppich auf circa vier Meter verlängert. Ein Highlight der Nacht war auch wieder das Städel Museum mit der Ausstellung „Monets Küste“, in der die Besucherinnen und Besucher, begleitet von französischen Akkordeon-Melodien, die impressionistischen Malereien der Felsen von Étretat in der Normandie bewundern konnten. Mit dem kostenlosen Shuttle kam besonders viel junges Publikum nach Eschborn in die Deutsche Börse Photography Foundation, um sich die Arbeiten von Studierenden der HfG Offenbach und Meisterwerke der Sammlung anzuschauen. Erstmals teilgenommen haben der Frankfurter Künstlerclub im Nebbienschen Gartenhaus, die jugend-kultur-kirche sankt peter und Frankfurt: City of WOW!, die Dresden Frankfurt Dance Company, das 2og:dondorf, Vision 31 und das Universitätsarchiv in der Dantestraße. Die vier Letztgenannten waren Teil des Schwerpunktes rund um den ehemaligen Unicampus in Bockenheim, der besonders viele Menschen angelockt hat: Klassische Museumsbesucher genauso wie Neugierige, die sich die ehemalige Dondorf Druckerei anschauen wollten. Hier hat die Schirn Kunsthalle Frankfurt ihr temporäres Zuhause gefunden und mit der Ausstellung „Fröhlich sein!“ (Thomas Bayrle) zahlreiche Nachtschwärmer erfreut. Ein Motto, das sich wie ein roter Faden durch den Abend zog. Bei Kurzfilmen zum Thema Hoffnung auf der immer wieder beliebten Dachterrasse des Hauses am Dom oder bei „Good Vibes, Good News!“ im Museum für Kommunikation: Die Komplimente-Tauschbörse war ebenso ein Hotspot des Abends wie die von der Journalistin Sevilay Saatci präsentierten „Good News“.
Familienprogramme und Performances
Im Senckenberg Naturmuseum trafen sich Kinder und Jugendliche bei der Mumie des Edmontosaurus „Edmond“. Polizeihunde und „True-Crime-Time“ lockten ins Kriminalmuseum, Schaufütterungen in den illuminierten Zoo. Von ruhigen Lesungen bis hin zu aufsehenerregenden Performances wurde auch für Jugendliche und Erwachsene viel geboten. Nach Offenbach lockte das Deutsche Ledermuseum mit „Hobby Horsing“, im Romantik-Museum gab es Bild-Lesungen und den „geigenden Taugenichts“. Im Ikonenmuseum erklang zwischen Engeln und Heiligen Akkordeonmusik, während in der erneut ausgebuchten EZB die hauseigene Jazzband spielte.
Ab Mitternacht: Shows und Partys
Und ab Mitternacht wandelten sich die Ausstellungshäuser zu Orten für Show und Party. Im Frankfurter Kunstverein feierten die „Frankfurt am Main Queens“ bis spät in die Nacht, im Historischen Museum feuerten Dragqueens die Stimmung an, mit einer Voguing-Performance übten im DFF- Deutsches Filminstitut & Filmmuseum die Besucherinnen und Besucher unter dem Motto „Strike a Pose!“ selbst ihren Auftritt und im Museum für Kommunikation legte die erste Female DJ Crew Frankfurts auf.
Das Museum Giersch war Anlaufpunkt für die erste inklusive Club-Night bei der Nacht der Museen und diesseits des Mains beendete das Jüdische Museum die Nacht – in der von Mike D (Beastie Boys) mitkuratierten Ausstellung „MISHPOCHA. The Art of Collaboration“ – mit dem Slogan: „No Sleep Till Frankfurt“.
Ausblick 2027
Vielfältig und bunt, vielstimmig und international war die Nacht der Museen 2026, die neue Besucherinnen und Besucher ans Museumsufer gezogen und dem Stammpublikum zahlreiche neue Einblicke geboten hat. „Ein Jahr vor ihrem 25. Geburtstag ist das eine überaus erfreuliche Bilanz für unsere Nacht der Museen“, hält Hartwig fest, „es zeigt sich jedes Jahr aufs Neue, wie sehr sich die Frankfurterinnen und Frankfurter mit ihrem Museumsufer identifizieren und wie wichtig Kultur allgemein für unsere Stadtgesellschaft ist: als Ort der Bildung, der Begegnung und auch der Erholung.“
Hinweis an die Redaktionen
Impressionen von der Nacht der Museen 2026 finden sich unter ebox21.
26.04.2026