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Panorama Frankfurt am Main Alexander Paul Englert

Bild vergrössern: Blick auf die Skyline Frankfurts und den Main links

MUSEUMSUFER FRANKFURT

37 MUSEEN, UNENDLICHE ENTDECKUNGEN

Das Museumsufer Frankfurt zählt zu den wichtigsten internationalen Museumsstandorten. Ob zeitgenössische Kunst oder alte Meister, Goethe oder seine literarischen Erben, Welt- oder Geldkultur, ob Karikaturen oder Skulpturen, Design oder Stadtgeschichte: Unsere 37 Museen und Ausstellungshäuser bieten Kurioses und Spektakuläres, Leises und Lautes, kleine Fundstücke und große Überblicke in einzigartiger Vielfalt. Lassen Sie sich vom Museumsufer überraschen, mit herausragenden Häusern am Mainufer und in der ganzen Stadt. Das architektonisch und programmatisch spannende Kulturensemble lädt ganzjährig zu Entdeckungen und Kulturerlebnissen ein. Am Museumsufer inmitten von Frankfurts Innenstadt finden sich zugleich Oasen der Ruhe und Erholung. Herzlich willkommen am Museumsufer!

Frankfurt besitzt eine der vielfältigsten und dichtesten Museumslandschaften Deutschlands. In der ehemals freien Reichsstadt, die über keine fürstlichen Sammlungen verfügt, oblag das Sammeln, Stiften und Museumsgründen allein engagierten Bürger*innen und dem Magistrat der Stadt selbst. Heute existiert in Frankfurt eine Vielzahl größere und kleinere Museen und Ausstellungshäuser, die vom universal angelegten Kunstmuseum bis zur kleinen Spezialsammlung reichen. Den Kern der Frankfurter Museumslandschaft bilden 26 Museen in der Nähe des Mainufers in optimaler Lage mit kurzen Wegen untereinander sowie ins Stadtzentrum. Seit Ende 2007 präsentieren sich die Häuser unter der Dachmarke Museumsufer Frankfurt. Als markanter Anziehungspunkt für Gäste aus aller Welt lockt das Museumsufer Frankfurt jedes Jahr mehr als zwei Millionen Besucher*innen in seine Institutionen.

Geschichte des Museumsufer Frankfurt

1978 entwarf der damalige Kulturdezernent Hilmar Hoffmann zusammen mit dem Oberbürgermeister Walter Wallmann das Konzept dieses Kulturensembles im Zentrum der Stadt Frankfurt. Auf beiden Seiten des Mains sollte „Kultur für Alle“ entstehen, wie Hoffmann mit seinem 1979 erschienenen Buch forderte. Dabei sollten nach den Planungen des Frankfurter Büros Albert Speer und Partner die Gründerzeitvillen am Schaumainkai mit ihren großen Gärten erhalten bleiben und somit ein „Museumspark“ von überregionaler Bedeutung entstehen. Im Folgenden wurden zwischen 1980 und 1990 bestehende Museen erweitert und ausgebaut. Zudem entstanden neue Museen in umgebauten ehemalige Patriziervillen an der platanengesäumten Uferpromenade und Neubauten von renommierten Architekten, die Traditionshäuser und zahlreiche Bürgerstiftungen wie beispielsweise das Städel Museum oder das Liebieghaus ergänzten. Das Ensemble bildet heute ein kulturelles und stadträumliches Komplementärprogramm zur Frankfurter Skyline. Das Museumsufer erfährt zurzeit umfangreiche Sanierungen und Erweiterungen der bestehenden Museen, die diese Infrastruktur erhalten und wo nötig versucht, auszubauen.

Die Anfänge am Südufer (Schaumainkai)

Auf Grundlage eines Magistratsbeschlusses von 1979 machte der Umbau einer historischen Villa zum Deutschen Architekturmuseum den Anfang. Zu den Planungen wurde der Kunst- und Architekturhistoriker Heinrich Klotz hinzugezogen, als Architekt Oswald Mathias Ungers verpflichtet. Letzterer entwarf das Museum, das sogenannte Haus-im-Haus, als Sinnbild für die Baukunst. Es wurde kurz nach der Eröffnung unter Denkmalschutz gestellt. Gleichzeitig wurde das benachbarte Gebäude zur Rechten, gleichfalls eine historische Villa, in ein Museum, das Deutsche Filmmuseum, umgestaltet. Beide Gebäude wurden 1984 vollendet. 1985 folgte dann der von Richard Meier entworfene Neubau des Museums Angewandte Kunst. Damit wurde der ursprüngliche Sitz des Museums für Angewandte Kunst, die benachbarte Historische Villa Metzler, ursprünglich als klassizistischer Sommersitz 1802-1806 für die Bankiersfamilie Metzler erbaut, um eine Ausstellungsfläche von 5000 Quadratmeter erweitert. Gleichfalls gehörte das in einer Gründerzeitvilla untergebrachte Bundespostmuseum zu den ersten Museen am Schaumainkai. Der für seine Architektur mehrfach preisgekrönte, sich daran anschließende Neubau von Günter Behnisch des mittlerweile in Museum für Kommunikation umbenannten Ausstellungshauses kam 1990 hinzu. Im selben Jahr wurde das Ikonenmuseum in von Ungers entworfenen, neukonzipierten Räumen im ehemaligen Deutschordenshaus als östlicher Abschluss des Museumsufers eröffnet.

Der Ausbau des Museumsufers geht weiter

Im späteren Verlauf bereichern seit dem Jahr 2000 das Museum Giersch der Goethe-Universität, getragen von der Stiftung des Ehepaares Giersch und nunmehr auch der Goethe-Universität, und seit 2003 das Bibelhaus Erlebnis Museum das Südufer. Die Ausstellungshalle Portikus, in der internationale zeitgenössische Kunstpositionen gezeigt werden, war 1987 ursprünglich in einem Containeranbau hinter dem Portal der alten Bibliothek an der Schönen Aussicht auf der City-Seite untergebracht. 2006 wurde der Portikus in das von Christoph Mäckler nach dem Vorbild eines alten Brückenhauses entworfene Gebäude auf der idyllischen Maininsel an der Alten Brücke verlegt (Zugang direkt von der Brücke). Das Hindemith Kabinett im Kuhhirtenturm wurde Anfang 2010 eröffnet. In dem gotischen Wehrturm aus dem letzten Viertel des 14. Jahrhunderts ist eine Ausstellung zu Leben und Werk des Komponisten Paul Hindemith zu sehen, der in den 1920er Jahren zeitweise dort lebte und seine erste Oper "Cardillac" komponierte.

Die Museen am Nordufer

Auch das dem Schaumainkai gegenüberliegende nördliche Ufer (Untermainkai) und die Altstadt beherbergten schon vor Hilmar Hoffmanns Anstößen zum Gesamtensemble Museumsufer zahlreiche Kulturinstitutionen. Dazu zählt das 1972 eröffnete und 2017 mit einem beeindruckenden Neubau erweiterte Historische Museum Frankfurt mit seinen Dependancen, dem Jungen Museum Frankfurt sowie dem Kronberger Haus in Frankfurt Höchst. Auch der schon 1829 gegründeten Kunstverein oder das Goethe-Museum mit seiner wechselvollen Geschichte befanden sich bereits in Flussnähe, ebenso wie das Dommuseum. 1978 kam das Stoltze-Museum auf Initiative der Stiftung der Frankfurter Sparkasse hinzu. Im Zuge des Ausbaus der Frankfurter Museumslandschaft wurde 1986 in Domnähe die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT errichtet. Ihr Name erinnert an die Geschichte ihres Standorts, an dem sich bis ins 19. Jahrhundert die Verkaufsstände der Frankfurter Metzgerzunft an der sogenannten "Schern" befunden hatten. Sie fungiert als reine Ausstellungshalle ohne eigene Sammlung. Zum 50. Jahrestag des Novemberpogroms von 1938 öffnete 1988 das Jüdische Museum mit seiner Hauptstelle im denkmalgeschützten ehemaligen Rothschild-Palais am Untermainkai als erstes Jüdisches Museum in der Bundesrepublik seine Pforten. Seit 1992 wird es durch das dazugehörige Museum Judengasse am Börneplatz ergänzt. 1989 zog das bereits 1937 gegründete Archäologische Museum neben dem Institut für Stadtgeschichte in die von Josef Paul Kleihues wiederaufgebaute gotische Karmeliterkirche und den angeschlossenen Neubau ein. Für das 1979 vom Magistrat beschlossene MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST entwarf Hans Hollein einen aufsehenerregenden Bau, der 1991 eröffnet wurde. Aufgrund seiner Form ist es auch als "Tortenstück" bekannt. Zudem wird seit 2007 das gegenüberliegende alte ZOLLAMT als zusätzlicher Ausstellungsraum des MMK genutzt. Das Caricatura Museum wurde am 1. Oktober 2008 eröffnet. Es befindet sich im umgebauten Leinwandhaus in der Altstadt Frankfurts am Weckmarkt 17.

Der Ausbau des Frankfurter Museumsufers in den letzten Jahren

Der Begriff "Museumsufer" mit den Museen zu beiden Mainseiten und im nahen Stadtraum dahinter schließt als übergreifende Dachmarke seit einigen Jahren explizit auch Häuser in anderen Vierteln Frankfurts mit ein, beispielsweise das Senckenberg Naturmuseum, das Geldmuseum und kleinere Ausstellungsorte wie das ehemals im Westend gelegene Struwwelpeter Museum, das mittlerweile, ebenso wie das Stoltze-Museum, in der neuen Altstadt einen neuen zentral gelegenen Standort bezogen hat, und das Eintracht Frankfurt Museum am Stadium.

In keiner anderen Stadt werden so viele Museen umgebaut und erweitert wie am Frankfurter Museumsufer, als bedeutendem Raum öffentlicher ästhetischer Wahrnehmung. Einige Neubauten und Erweiterungen sind bereits umgesetzt. So wurde das Deutsche Filmmuseum im Inneren baulich komplett erneuert und im Sommer 2011 mit einer neuen Dauerausstellung zum filmischen Sehen und Erzählen, zahlreichen interaktiven Stationen und einem modernisierten Kino wiedereröffnet. Das Städel Museum erhielt mit einer Gartenhalle unterhalb des Museumsparks einen spektakulären Erweiterungsbau für Gegenwartskunst, gleichzeitig wurde der bestehende Altbau saniert. Die Eröffnung der unter dem Städelgarten gelegenen Halle, entworfen vom Frankfurter Architekturbüro schneider+schumacher, fand Anfang 2012 statt. 2014 hat außerdem das 1984 gegründete Fotografie Forum Frankfurt neue Räume in der Frankfurter Innenstadt bezogen. Das MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST erhielt zudem 2014 eine langfristige Dependance mit rund 2.000 Quadratmetern zusätzlicher Ausstellungsfläche im TaunusTurm im Herzen des Frankfurter Bankenviertels, das TOWER MMK. Das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank hatte vom 30. August 2014 bis Ende 2016 geschlossen und wurde grundlegend erneuert.

Das Stuttgarter Architekturbüro Lederer Ragnarsdóttir Oei setzte bis 2017 den Neubau des Historischen Museums Frankfurt um. Die Eröffnung der sanierten Altbauten, einem Bauensemble aus fünf Jahrhunderten, erfolgte im Sommer 2012, die Fertigstellung des Neubaus an zentraler städtebaulicher Stelle am Römer 2017. Die Eröffnung des Gesamtkomplexes nach der Einrichtung des Neubaus wurde im Oktober 2017 gefeiert. Das kinder museum zog als Junges Museum 2018 wieder ins Haupthaus des Historischen Museums zurück. Im angeschlossenen Haus zur Goldenen Waage in der neuen Altstadt haben Besucher*innen seit Dezember 2019 die Möglichkeit, Einblicke ins Frankfurt des 17. Jahrhunderts zu gewinnen.

Die Außenstelle des Archäologischen Museums, der Archäologische Garten, wurde schon 1972/73 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit 2017 sind diese ältesten Steinbauten in Frankfurts Altstadt, Mauer- und Gebäudereste aus römischer und mittelalterlicher Zeit, vom „Stadthaus am Markt“ überbaut und geschützt. Ebenso hat das Museum Judengasse mit seinen Mauerresten der ehemaligen Judengasse seit Frühjahr 2016 nach einer vorrübergehenden Schließung im Zuge einer vollständigen Renovierung eine überarbeitete Dauerausstellung erhalten. Zudem fand bis 2020 eine Erweiterung des Jüdischen Museums am Standort Untermainkai statt. Das Jüdische Museum war seit Sommer 2015 geschlossen und wurde im Herbst 2020 sowohl mit dem sanierten Altbau als auch mit dem Erweiterungsbau wiedereröffnet. Nach Wiedereröffnung der beiden Museen, ist im Rothschildpalais die Zeit nach 1800 und im Museum Judengasse die Zeit davor präsentiert.

Ausblick auf weitere Museen und Erweiterungen

Das Senckenberg Naturmuseum wird die Ausstellungsfläche in Frankfurt erheblich erweitern. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung im Jahr 2017 war für die Folgejahre eine weitgehende Umsetzung zur Realisierung des Erweiterungsbaus bis 2021 vorgesehen. Als private Initiative plant der Verein "Friends of MOMEM e.V." ein weltweit einzigartiges Kultur- und Musikprojekt: Mitten in Frankfurt soll 2021 das MOMEM – Museum of Modern Electronic Music eröffnet werden. Neu hinzukommen soll 2021 auch ein Romantikmuseum als innovatives Literaturmuseum in unmittelbarer Nähe zu Goethes Elternhaus und angeschlossen an das Goethe-Museum. Im Mittelpunkt des Konzeptes für die neue Einrichtung stehen die Beziehungen Goethes zur Romantik und das europäische Romantikverständnis. Geplant ist weiterhin eine Museumsdependance für das Weltkulturen Museum. Sie soll im historischen Altbau des Hochhausprojekts „Neue Mainzer Straße“ im 4. Obergeschoss in einer Größenordnung von rund 900 Quadratmetern entstehen. Das Porzellan Museum, das sich seit 25 Jahren im Kronberger Haus in Höchst befindet, soll in das geplante Bürgermuseum im Bolongaropalast integriert werden. Bei der Zusammenführung des Porzellan Museums mit dem kommenden Bürgermuseum in Höchst, stehen etwa 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in hochwertigen Räumen zur Verfügung. Träger des geplanten Bolongaro-Museum wird das Historische Museum Frankfurt sein.